Gewaltprävention
Konflikte lösen und Gewalt verhindern Werden Konflikte nicht rechtzeitig gelöst, können sie sich ausweiten und psychische oder physische Gewalt zur Folge haben. Indem die Schüler*innen lernen, Streits zu schlichten und respektvoll zu kommunizieren, tragen wir zu einem gewaltfreien Schulalltag bei. |
Kompetenzen GewaltpräventionIm Bereich Gewaltprävention sollen die Kinder passend zu ihrem Alter folgende Kompetenzen aufbauen:
- Sie können Erfahrungen von Zusammenleben beschreiben und Möglichkeiten für gelungenes Zusammenleben formulieren (z. B. Rücksicht nehmen, miteinander feiern).
- Ab dem Zyklus 2 können sie gemeinschaftsfördernde Aktivitäten in der Klasse vorschlagen und umsetzen und dazu beitragen, dass sich alle wohlfühlen.
- Sie können einfache Gesprächsregeln anwenden und sich an Abmachungen halten (z. B. Klassenregeln, Verträge).
- In Konflikten können sie angeleitet eigene Gefühle, Bedürfnisse und Befindlichkeiten formulieren und jene von anderen wahrnehmen.
- Ab dem Zyklus 2 respektieren sie die Gefühle, Bedürfnisse und Rechte von anderen, nehmen sie ernst und berücksichtigen sie (z. B. bei Streit, Mobbing).
- Sie können Konflikte in der Gruppe fair lösen und verschiedene Strategien anwenden (z. B. Schlichtung, Abstimmung, Konsens).
- Sie können Sanktionen mit vorher bekannten Regeln in Zusammenhang bringen. Ab dem Zyklus 2 können sie über ihre Verhältnismässigkeit nachdenken und Vorschläge zur Wiedergutmachung machen.
- Ab dem Zyklus 3 sind sie sich ihrer Rolle in Gewaltsituationen bewusst, kennen mögliche Konsequenzen von Gewalt und haben alternative Bewältigungsstrategien erprobt.
- Ab dem Zyklus 3 wissen sie was Rassismus und Diskriminierung ist, können das eigene Verhalten/Handeln diesbezüglich reflektieren und Strategien erproben, um Rassismus/Diskriminierung zu vermeiden.
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Weitere Themen und Informationen:
Friedenstreppe: Schritt für Schritt einen Streit beendenDie Kinder sollen lernen, alltägliche Konflikte in der Schule selbstständig zu lösen. Mögliche Instrumente sind die Friedenstreppe und das Friedensseil. Sie helfen Kindern, eine Abmachung zu finden, die für alle Beteiligten stimmt.
Das Instrument der Friedenstreppe oder des Friedensseils ist einfach, aber wirkungsvoll. Es unterteilt die Konfliktlösung in kleine Schritte. Andere Schüler*innen können die zwei oder mehr Kinder, die Streit haben, dabei unterstützen.
So funktioniert es:
- Stufe: Das Problem: Was ist passiert? Was habe ich getan, und was hast du getan?
- Stufe: Gefühle: Wie geht es mir? Wie geht es dir?
- Stufe: Bedürfnisse: Was brauche ich? Was brauchst du?
- Stufe: Ideen: Was wäre für dich/mich eine faire Lösung? Ist die Lösung fair? Sind beide einverstanden?
- Stufe: Abmachung/Frieden: Wir beenden den Streit mit einem Ritual, einer Vereinbarung oder einer Wiedergutmachung.
Die Schulsozialarbeit unterstützt!
Kommt es zwischen Kindern regelmässig zu Konflikten oder Streitereien, helfen die Schulsozialarbeitenden. Die Fachleute sind auch für die Eltern und Erziehungsberechtigten da. |
Was ist noch Streit und wann wird es Mobbing?Konflikte sind normal und es ist wichtig, dass Kinder einen Umgang damit finden. Mobbing ist hingegen eine systematische Schikanierung, die das Kindeswohl gefährdet. Wir erklären den Unterschied.
Was ist ein Streit (Konflikt)? Ein Streit/Konflikt ist eine zeitlich begrenzte Auseinandersetzung zwischen zwei oder mehr Schülerinnen und Schülern, die aus unterschiedlichen Interessen, Meinungen oder Bedürfnissen entsteht. Solche Konflikte gehören zu sozialen Interaktionen dazu und bieten Chancen, um die Perspektive anderer einzunehmen und soziale Kompetenz zu entwickeln.
Merkmale:
- gegenseitiges Einstehen für die eigene Position (wechselseitige Aktionen)
- keine dauerhafte Machtungleichheit zwischen den Beteiligten
- häufig situativ bedingt und kurzfristig lösbar
Beispiel: Zwei Drittklässler geraten in Konflikt, weil sie gleichzeitig dasselbe Spielzeug im Pausenhof nutzen möchten.
Was ist Mobbing? Mobbing ist eine systematische und wiederholte Schikanierung eines oder mehrerer Schülerinnen bzw. Schüler, bei der eine oder mehrere Personen dauerhaft in eine Machtposition gelangen und gezielt Druck auf ein Opfer ausüben. Mobbing gilt als gravierende Gefährdung für das Kindeswohl und zieht längerfristig psychosoziale Folgen nach sich. Es bedarf deshalb umfassender Prävention.
Merkmale:
- Wiederholung: Dieselben negativen Handlungen treten über einen längeren Zeitraum auf.
- Absichtlichkeit: Die Täterinnen und Täter verfolgen bewusst das Ziel, beim Opfer Angst, Erniedrigung oder Ausschluss aus der Gruppe zu erzeugen.
- Macht-Ungleichgewicht: Zwischen Täter/in und Opfer gibt es einen klar erkennbaren Unterschied in sozialer, physischer oder psychischer Stärke, der das Zurückwehren erschwert.
- Soziale Isolation: Das Opfer wird von gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen oder dauerhaft herabgesetzt.
Beispiel: Eine Schülerin der 4. Klasse wird über mehrere Wochen wiederholt von einer kleinen Gruppe Mitschüler/innen beim Mittagessen isoliert. Sie laden sie nicht zum gemeinsamen Sitzen ein und machen spöttische Bemerkungen („Bleib allein, du bist komisch!“).
Anzeichen von Mobbing äussern sich bei Kindern ähnlich wie jene von Stress. Mehr Informationen. |
Cybermobbing
Cybermobbing ist Mobbing, das via digitale Medien erfolgt. Es findet in sozialen Medien wie Instagram, TikTok, Snapchat oder Facebook, in Chats oder in Kommentarspalten im Internet beispielsweise bei YouTube oder Twitch. Cybermobbing hat eine grosse Dynamik und Geschwindigkeit, da es rund um die Uhr wirkt.