Psychomotorik
Die Psychomotorik befasst sich mit der Wechselwirkung von Wahrnehmen, Fühlen, Denken, Bewegen und Verhalten. Psychomotoriktherapie setzt beim körperlichen Ausdruck und beim Bewegungsverhalten an, berücksichtigt aber auch die emotionalen, sozialen und kulturellen Einflüsse, die eine Person prägen. In der Psychomotoriktherapie werden Schülerinnen und Schüler begleitet, deren Bildungsvoraussetzungen und/oder Lebensqualität aufgrund von senso- motorischen und sozioemotionalen Beeinträchtigungen gefährdet oder eingeschränkt sind.
Ziele der Psychomotorik
– Prävention von Bewegungsbeeinträchtigungen
– Frühzeitiges diagnostisches Erfassen von Entwicklungsauffälligkeiten in folgenden Bereichen:
– Motorik und Praxie
– Wahrnehmung und Körperschema
– Tonische Regulation
– Grafomotorik
– Ausgewählte kognitive Aspekte (Selbstregulation, Handlungsplanung, Aufmerksamkeit)
– Emotionale, soziale und kommunikative Kompetenzen
– Spielentwicklung
– Erlangen einer grösstmöglichen selbstständigen Teilhabe am Schulalltag trotz allfällig bleibender Schwierigkeiten
– Erleben von Selbstwirksamkeit und Aufbau von Vertrauen in sich und andere
– Entwickeln und erweitern von Handlungs und Interaktionskompetenzen
Auftrag für die MR-Lehrperson Psychomotorik
– Prävention: Vorbeugen von psychomotorischen Störungen durch Initiieren von oder Mitarbeit in Präventionsprojekten von Schulklassen oder Schulen oder Auffangen der Auswirkungen von bereits aufgetretenen Störungen
– Diagnostik: Durchführung von psychomotorischen Abklärungen und Entscheid bezüglich Förder- bzw. Therapie-indikation
– Fachspezifische Beurteilung und Berichterstattung zuhanden von Lehrpersonen, Schulleitungen und Fachstellen
– Therapie bzw. Förderplanung: Planung, Durchführung und Reflexion eines bedarfsgerechten, gezielten Spezialunterrichts für Schülerinnen und Schüler mit psychomotorischen Störungen
– Psychomotorische Unterstützung und Förderung der Wahrnehmungs und Bewegungsentwicklung durch Ansprechen der kindlichen Bewegungsbedürfnisse, durch Stärken der emotional sozialen Kompetenzen und durch die Förderung der Orientierungs- und Handlungsfähigkeit im Raum
– Interdisziplinäre Zusammenarbeit
– Beratung von Lehrpersonen, Schulleitungen und Erziehungsberechtigten in Fragen der psychomotorischen Entwicklung
Arbeitsform
Die psychomotorischen Massnahmen setzen eine Einschätzung der Fachperson Psychomotorik voraus. Auf deren Basis werden anschliessend die pädagogisch therapeutischen Massnahmen im Rahmen des Spezialunterrichts durchgeführt. Psychomotorik wird in der Regel als Gruppenunterricht während der ordentlichen Unterrichtszeit durchgeführt. Wenn immer möglich und sinnvoll, sind zumindest Teile der Fördersequenzen unterrichtsintegriert durchzuführen.
In begründeten Ausnahmefällen kann die Psychomotorik auch als Einzelunterricht stattfinden und zwar:
– Für die Durchführung einer fachspezifischen Beurteilung
– Wenn aufgrund einer bestimmten Indikation dieses Setting sinnvoll ist oder
– Wenn aus organisatorischen Gründen eine Gruppenbildung
nicht möglich ist
Fachlehrpersonen Psychomotorik
Neff Livia (SH Mühlematt & Zyklusschule Belpberg)